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Es ist geschafft! Nachdem 2008 mit dem Jahrgang 1991 erstmals eine Brandenburger Landesauswahl den Einzug in die Finalrunde zum Deutschen Länderpokal erreicht hatte, gelang dieses kleine Wintermärchen nun auch dem Jahrgang 1993.
Das Unternehmen Vorrunde zum Deutschen Länderpokal begann für das Team schon gleich nach Weihnachten mit einem Trainingslager in Potsdam. Im neuen Jahr traf man sich zu einem weiteren Lehrgang im anhaltinischen Glinde. Dabei sollte speziell das taktische Konzept für das Angriffs- und Abwehrspiel gefestigt, sowie der endgültige Kader für Menden festgelegt werden.
Weiterhin gab es auch zwei Trainingsspiele. In den Weihnachtsferien trafen wir im Horst-Korber-Zentrum auf die Berliner Auswahl und in Glinde stand zum Abschluss des Lehrganges noch ein Testspiel gegen die Landesauswahl aus Sachsen-Anhalt auf dem Programm.
Am Donnerstag starteten dann vierzehn Spieler, die Trainer Detlef Doering, Peter Drebelow Sven Brade, Verbandsvertreter Uwe Eidner sowie eine kleine treue Fangemeinde die Fahrt ins Sauerland. Trotz winterlichem Wetter kamen wir ohne Komplikationen in Menden an.
Am nächsten Tag besuchte unser Team das „Borusseeums“ in Dortmund und am Abend stand die von den Jungs mit viel Elan bestrittene Abschlusstrainingseinheit auf dem Plan.
Unser Betreuerteam wurde noch durch eine Mendener Physiotherapeutin Sonja verstärkt, welche unsere Jungs auch am gesamten Wochenende betreute. Der Abend im Mannschafts-hotel stand ganz im Zeichen der Spielvorbereitung – Videoanalyse des HV Westfalen sowie Teambesprechung - waren vor der Nachtruhe angesagt.
Entsprechend gut vorbereitet, konnten wir zuversichtlich in das Spiel gegen den Gastgeber Westfalen gehen. Den Heimvorteil auf ihrer Seite, hatte der Gastgeber eindeutig die Favoritenrolle zu tragen. Nachdem sich beide Teams zu Beginn recht nervös zeigten, fanden die Brandenburger schneller in das Spiel. Gestützt auf eine starke Abwehrleistung - um einen herausragenden Konstantin Straßburg im Tor - konnten sich die Brandenburger Jungs bis zur Halbzeit einen kleinen Vorsprung erspielen. Beim Stand von 14:10 wurden die Seiten gewechselt. Auf 16:13 kamen die Gastgeber noch einmal heran, dann konnten Sven Tangermann, Tobias Frank und Fabian Wiede mit ihren Toren erstmals ein sechs Tore Vorsprung zum zwischenzeitlichen 19:15 herauswerfen. Dieser Vorsprung wurde im weiteren Spielverlauf verteidigt und konnte am Ende gegen die etwas resignierenden Westfalen sogar auf 34:25 ausgebaut werden. Der erste Schritt war getan – große Freude bei allen!
Am Nachmittag ging es gegen die Bayern. Diese sehr spielstarke Mannschaft konnte ihr Auftaktspiel gegen das Saarland deutlich für sich entscheiden.
Die lange Pause zwischen den Spielen schien unser Team zu lähmen. Nichts kam zustande. Der Ball wollte nicht ins gegnerische Tor und wir hatten deutlich das Nachsehen.
Die Bayern waren sehr gut eingestellt und konnten sich immer wieder im 1:1 und im Klein-gruppenspiel zwischen Rückraum und Kreisspieler durchsetzen. So erzielten sie auch folgerichtig das 0:1, ehe Oliver Milde zum 1:1 ausgleichen konnte. Dies war zugleich auch der letzte Brandenburger Treffer für lange Zeit, da erst Nils Müller einen Brandenburger Angriff wieder erfolgreich zum 2:7 Anschlusstreffer nutzen konnte. Am Ende stand mit dem Halbzeitpfiff ein deutlicher 8:19, Rückstand für unser Team zu Buche. Wer in der Halle gedacht hatte, dass sich unsere Jungs nun aufgeben würden, sollte sich gewaltig irren.
In der Halbzeitpause wurde die Mannschaft nun noch einmal neu eingestellt. Die zweite Spielhälfte sollte als neues Spiel verstanden und endlich auch and die Leistungen aus dem ersten Spiel angeknüpft werden.
Der Abwehrverband wurde von der 3:2:1 Deckung auf eine 6:0 umgestellt. Damit kam endlich wieder mehr Sicherheit in das Spiel. Zudem zeigten sich alle Spieler hochmotiviert und boten eine starke kämpferische Leistung.
Fabian Wiede erzielte nach guter Vorbereitung durch Oliver Milde den Treffer zum 9:19.
Die Abwehrreihe kam nun besser mit den quirligen Bayern zurecht und konnte sich so mehrere Bälle erkämpfen und zu schnellen Gegenstößen nutzen. Dusty Fricke erzielte nach sehenswertem Anspiel von Fabian Wiede das 13:22, der dann einen Gegenstoß zum 14:22 Anschlusstreffer nutzen konnte. Der nun eingewechselte Hendrik Retschlag und Oliver Milde brachten mit ihren Treffern unser Team beim Stand von 16:22 erstmals auf sechs Tore heran. Die Bayern mussten nun wesentlich härter um ihre Tore kämpfen und die Brandenburger nahmen immer mehr Fahrt auf. Auch von einigen unglücklichen Schiedsrichter- entscheidungen ließen sie sich nicht beirren. Tor um Tor wurde aufgeholt. Hendrik Retschlag gelangen sogar vier Tore in Folge, die alle durch seinen Nebenmann Fabian Wiede vorbereitet wurden. Nachdem Phillip Hudewenz und Oliver Milde ihre Mannschaft bis auf 26:28 herangebracht hatten, war nun sogar noch eine erfolgreicher Spielausgang möglich.
Dem 26:28 folgte das 26:29 der Bayern, durch ihren Rückraumspieler. Fabian Wiede konnte sofort im Gegenzug mit eine 1:1 Aktion den Treffer zum 27:29 erzielen. Zwei ausgelassenen Torchancen der Brandenburger folgte das 27:30 des HV Bayern. Doch die Jungs gaben noch einmal alles. Angefeuert von ihren Mitspielerrn auf der Bank und den Fans auf der anderen Seite des Spielfeldes konnten sie sich durch eine eigene Manndeckung den Ball noch zwei mal erkämpfen. Fabian Wiede nutze diese Ballgewinne zum 28:30 und 29:30.
Die Bayern mussten nun eigentlich in den letzten Sekunden nur noch den Ball halten.
Trotzdem kamen die Brandenburger fünf Sekunden vor den Abpfiff nochmals in Ballbesitz –
doch der Langpass von Fabian Wiede verfehlte leider sein Ziel.
Bayern gewann das Spiel mit einem Tor, der Jubel lag aber trotzdem auf unserer Seite. Eine super Aufholjagd wurde zwar nicht mit dem Sieg belohnt, dafür aber mit großer Anerkennung aller in der Halle Anwesenden für das starke kämpferische Aufbegehren verbunden mit einer super Moral. Die Jungs haben alles gegeben. Jetzt konnte man nur noch abwarten – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuetzt
Am Sonntag mussten wir zunächst erst einmal unser Spiel gegen den HV Saar gewinnen.
Alle Spieler bekamen ihre Einsatzmöglichkeiten. Speziell Florian Takev auf der Spielmacher-position und Christopher Stölzner im Tor konnten dieses Vertrauen mit sehr guten Leistungen rechtfertigen. Das Team zeigte sich von Anfang sehr zielstrebig und führte zur Pause bereits mit 23:10. Auch wenn durch viele Wechsel der Spielfaden etwas verloren ging, gab es am Ende einen klaren 35:25 Sieg.
Nun hieß es warten und die mit aller Kraft den HV Westfalen anfeuern. Diese zeigten vor heimischen Publikum ihre beste Leistung an diesem Wochenende und bestätigten noch einmal, das sie durchaus als Favorit gegolten haben. Sie besiegten am Ende den HV Bayern deutlich mit 35:28 und wurden Zweiter der Vorrundengruppe. Damit stand allerdings auch fest, dass die Brandenburger ein weiteres mal die Qualifikation für die Endrunde geschafft hatten. Wir hatten es geschafft, wenn auch mit fremder Hilfe. Die Leistung unseres Teams soll das nicht schmälern. Trotz einer schlechten ersten Halbzeit gegen die Bayern, haben wir an beiden Spieltagen das kompakteste Team gestellt und fahren verdient zur Endrunde – Glückwunsch Männer !!!
Zum Abschluss des Turniers stand dann noch die Wahl zum Allstarteam auf dem Plan.
Alle Auswahltrainer und DHB – Sichter Klaus-Dieter Petersen hatten die besten Spieler auf ihren Postionen gewählt. Darunter auch unser linker Rückraumspieler Oliver Milde und sein Gegenpart auf der rechten Halbposition Fabian Wiede. Eine lobende Erwähnung ob der starken Leistung in diesem Turnier erhielt Konstantin Straßburg von Klaus-Dieter Petersen
Nun bleibt dem Brandenburger Team bis März Zeit um sich intensiv auf die Endrunde vorzubreiten – man darf gespannt sein, was die Jungs dort leisten werden.
Ein großes Dankeschön gilt unserer Physiotherapeutin Sonja, den mitgereisten Fans und unserem Busfahrer Frank Hagemeier der uns sicher durch Schnee und Eis gefahren hat.
Ohne Euch wäre dieses tolle Ergebnis nicht möglich gewesen!
Torwarte: Konstantin Straßburg(1.VfL Potsdam), Christopher Stölzner (LHC Cottbus)
Torschützen: Fabian Wiede (20), Sven Tangermann (9), Oliver Milde (18), Tobias Frank (8),
Nils Müller (9), Hendrik Retschlag (13), Dusty Fricke (10), Lukas Appel (2)-
(alle 1.VfL Potsdam), Phillipp Hudewenz (9) – (LHC Cottbus),
Paul Jordan (1.VfL Potsdam), Tim Kommnick (1.VfL Potsdam),
Florian Takev (LHC Cottbus)
Bilder des Wochenendes können in der Bildergalerie angesehen werden. Die Bilder sind von Katrin Appel-Muchow freundlicherweise bereitgestellt worden.
Sven Brade/Detlef Doering
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